Der Bühnenbildner Rudolf Schulz

Der Bühnenbildner Rudolf Schulz (1909-2000)

Sonderausstellung 17. Februar bis 26. Mai 2013

 

»... und so fing meine Zeit in Hannover an: Berlin, Mai 1943, eine Nacht ohne Fliegeralarm. Um 2 Uhr klingelt das Telefon: ›Hier sind die Städtischen Bühnen Hannover.’ Generalintendant Sellner: ›Haben Sie Lust, als Bühnenbildner und Ausstattungsleiter nach Hannover zu kommen?’ Schon, um weiter schlafen zu können, sagte ich ja.

Um das Theater und die Stadt kennenzulernen, fuhr ich nach Hannover. Ich kam in eine unzerstörte Stadt, lernte ein interessantes Regiekollegium kennen und, damals ungeheuer wichtig, man konnte Gemüse und Quark kaufen ...«

 

Das Werk von Rudolf Schulz ist über 40 Jahre mit Hannover verbunden. Hier hat er nach dem 2. Weltkrieg für mehr als 350 Schauspiele, Opern und Ballette die Kostüme und Bühnenbilder entworfen. Vor allem während der ersten Nachkriegsjahrzehnte wirkt er unter der Intendanz Kurt Erhardts entscheidend an der Ausformung des so genannten »Ballhofstils« maßgeblich mit. Von den vielen Künstlern, mit denen er zusammen trifft, ist seine Zusammenarbeit mit der Choreographin und Tänzerin Yvonne Georgi besonders eng und künstlerisch produktiv.

Als Bühnenbildner ist es ihm immer darum gegangen, den Darstellern mit seinen Bühnenbildern genug Spielraum zu lassen, sich auszuleben. Sie sollen nie Selbstzweck oder reine Dekorationen sein, sondern Interpretationshilfe.

In den Jahren nach seiner Pensionierung bleibt er dem Haus treu und besucht fast täglich sein altes Atelier unter dem Dach des  Ballhofs. Auch dem Theatermuseum Hannover ist er verbunden und richtet zweimal die ständige Ausstellung nach seinen Vorstellungen ein.

Die Kabinettausstellung über »Scholli«, wie ihn seine Freunde und Mitarbeiter im Theater liebevoll nennen, versucht, das große Werk in vielen kleinen Fassetten einzufangen. So ist auch ein Teil von Ballettentwürfen aus den späteren Jahren zu sehen, die seine Frau noch kurz vor ihrem Tod dem Theatermuseum übereignet hat.