Mordsspektakel

In der Junk-Opera von Julian Crouch und Phelim McDermott gibt es keine Überlebenden mehr: Der Dauemenlutscher verblutet, der Zappelphilipp bohrt sich das Besteck in den Leib - wer nicht brav ist, kann hier gleich sein Testament machen. Regisseur Erik Ulfsby, in seiner norwegischen Heimat mit diesem Stoff sehr erfolgreich, siedelt das Mordsspektakel im Zirkus an.

 

Überhaupt zieht die Inszenierung das Prinzip des supergrellen Effekts ohne Wimpernzucken durch. Und wenn das irgendwo passt, dann hier.

 

Als großer Pluspunkt erweist sich die Musik, ursprünglich von der schrägen Band Tiger Lillies hervorragend interpretiert von den hannoverschen Live-Instrumentalisten; zudem kann Günther Harder richtig gut singen.

 

Das Publikum geizt nicht mit Szenenapplaus, verleiht dem Schlussbeifall kurzfristig schon fast einen leicht hysterischen Touch.

+ 02.11.15 + Neue Presse + Jörg Worat +

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