Einfach und klar

Ganz vorn an der Bühne steht ein Absperrzaun, wie er für Baustellen benutzt wird. Die Zuschauer müssen durch das Drahtgeflecht des Zaunes auf die Bühne schauen. So wirkt die Handlung merkwürdig entrückt. Andererseits sorgt Regisseurin Babett Grube aber auch dafür, dass uns das Lehrstück von Max Frisch phasenweise sehr nah kommt: Immer wieder eilen Darsteller an den Zaun und sprechen, die Arme durch das Gitter gereckt, die Zuschauer direkt an.

 

Das hat etwas Flehentliches. So, als wüsste das Theater um die Schwierigkeiten dieses Modellstücks, das seit Jahrzehnten im Deutschunterricht gelesen wird und dessen Thema immer noch und immer wieder aktuell ist. Es ist ein Theater, das mit einer einfachen Geschichte an die Einsicht der Zuschauer appelliert.

 

Das Bild ist einfach und klar, aber deshalb ja nicht falsch. Und der Monolog, den Günther Harder hier hält, ist sehr eindrucksvoll.

+ 21.11.16 + Hannoversche Allgemeine + Ronald Meyer-Arlt +

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