Parabel auf die Unvergänglichkeit der Erinnerung

Dem Schauspiel Hannover gelingt es in dieser reduzierten, auf nur vier Schauspieler beschränkten Inszenierung, Trojanows Roman als eine Parabel auf die Unvergänglichkeit der eigenen Erinnerungen zu erzählen. Und als ein Plädoyer für das Recht der Opfer, nicht zu schweigen. Ihre Geschichten muss eine demokratische Gesellschaft ertragen. Das gilt nicht nur für Bulgarien, sondern unverkennbar auch für Deutschland. Auch hier ist die sozialistische Diktatur zwar seit inzwischen fast 30 Jahren vergangen. Aber für die Opfer ist das DDR-Unrecht oftmals so lebendig, wie für diesen Konstantin, der am Ende doch noch über seinen Widersacher triumphiert. »Deine Strafe wird die Verachtung der Nachwelt sein«, sagt er an dessen Grab. Der verstorbene Metodi aber kann ihn da schon nicht mehr hören.

+ 17.12.16 + Deutschlandradio Kultur + Alexander Kohlmann +

zurück zu »Macht und Widerstand«