Hörbuchtheater vom Feinsten

Walburg vermeidet jeden Anflug von Schmonzette. Lässt von Hösslin mit großer Körperspannung und angstgepeinigt aufgerissenen Augen spielen – stets auf der Hut, nicht von Nazi-Spionen und Kollaborateuren entdeckt zu werden. Lässt ihn zudem vorsichtig, Wort für Wort den Text erkunden und peu à peu die Emotionalität präzisieren, die hinter, zwischen, unter und über der sachlich klaren Diktion zu entdecken ist.

So formieren sich die Sprachgenauigkeit des Autors und die Dezenz von Spiel und Regie zu einem Drama der Heimatlosigkeit. Zu einer Odyssee durch Angst, Bürokratie und Verzweiflung, wie es bei Remarque heißt. Hörbuchtheater vom Feinsten also.

+ 05.02.17 + nachtkritik.de + Jens Fischer +

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