Wunderbar rhythmisierte Sprache

Darsteller Silvester von Hösslin ist im Wesentlichen auf sich allein gestellt. Wenngleich Walburg natürlich die theatralen Mittel souverän beherrscht: Lichteinsätze etwa, die der Bühne in der Dom-Szene einen violetten Touch verpassen und während einer Autofahrt sanft vor sich hin wabern.


Von Hösslin zieht sich auf offener Bühne um und einmal komplett aus, doch steht hier kein virtuoses Spiel mit Kostümen im Vordergrund. Wirkung erzeugt in allererster Linie die Sprache, eine wunderbar rhythmisierte Sprache, die das Geschehen über weite Strecken trägt. Musiker Wittershagen steuert an seinem Pult zumeist eher unterschwellige Klänge bei, hat auch ein paar Sprechszenen und darf einen Wasserkübel auf den Kollegen ausleeren.


Viel Beifall für die Akteure, Regisseur Walburg (im »Refugees-welcome«-T-Shirt) und Ausstatterin Tine Becker. Das war sehr gut.

+ 07.02.17 + Neue Presse + Jörg Worat +

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