Kongeniale Umsetzung

Hier wird kein Roman ein klassisches Theater-Korsett gezwängt. Walburg ist so klug, der Sprache dieser hoch gelobten Geschichte eines prekären Lebens zu trauen. Worte treffen viel schmerzhafter als Schläge.

 

Nichts ist sicher, nichts festgeschrieben. Doch alles in dieser Inszenierung um einen völlig Haltlosen ist mit klaren Strichen gezeichnet. Eine Frau (Carolin Haupt) und vier Männer (Nicola Fritzen, Philippe Goos, Daniel Nerlich und Sebastian Weiss) spielen, als ginge es um das Match ihres Lebens. Es ist das Leben Heiko Kolbes, der so verzweifelt und vergeblich an das trügerische Versprechen des Fan-Daseins glaubt: "Niemals allein, wir gehen Hand in Hand, zusammen sind wir groß und stark wie eine Wand!" Er hat ja nichts anderes als die Gewalt. Und da greifen Hool und diese kongeniale Umsetzung weit über die Hooligan-Szene hinaus.

+ 25.09.17 + Neue Presse + Stefan Gohlisch +

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