Audrey Hepburn and Liz Taylor

Audrey Hepburn and liz taylor - An intimate collection by Bob Willoughby

Sonderausstellungen 13. April bis 13. Juni 2010

 

Der amerikanische Fotograf Bob Willoughby hat das einmalige Privileg, Audrey Hepburn und Liz Taylor, diese außergewöhnliche Persönlichkeiten und Stil-Ikonen, von 1950, den Anfängen ihrer großen Filmkarrieren, bis 1966 zu begleiten. Er gewährt uns nicht nur Einblicke in die Dreharbeiten zu vielen ihrer Kinoerfolge, sondern auch in ihr selten zur Schau gestelltes Privatleben, abseits von Film und Glamour.

 

Bob Willoughby ist mehr als ein Fotojournalist des Filmgeschehens im Hollywood der 1950er und -60er Jahre, mehr als nur ein Starfotograf mediengewiefter und verwöhnter amerikanischer Filmgrößen wie Elisabeth Taylor, Frank Sinatra oder  Audrey Hepburn. Seine Aufnahmen sind ein Stück Bildgedächtnis amerikanischer Filmgeschichte. Sie vermitteln den Eindruck der erlebten Geschichte, der Glaubwürdigkeit des Moments in einer arrangierten Künstlichkeit.

 

Die Kamera Willoughbys nähert sich dem ausgewählten Sujet mit dem erkennbaren und spürbaren Einverständnis der zu fotografierenden Person. Der Fotograf und sein Objekt bewegen sich beide in einer Welt des Scheins, in der Fotograf und Diva jeweils immer auf Augenhöhe ihrer vorgesehenen Rolle gerecht werden. Aus dieser doppelten Brechung des Wirklichen beziehen die Bilder Willoughbys ihren Kunstanspruch, jene verspielt-schöne, künstlerische Authentizität, die dem Betrachter nicht nur die Lust an Inszenierung und Rollenspiel von der realen Kulisse eines Filmsets signalisiert, sondern gerade auch die Widersprüchlichkeit im Umgang mit Schein und Sein: Das Audrey-Hepburn-Porträt von 1963, das die Diva im Cecil-Beaton-Kostüm der My Fair Lady zeigt, offenbart weit mehr Menschlich-Persönliches im Wesen der Schauspielerin als die vermeintlich ungespielten Familienszenen mit Ehemann und Haustier auf der Couch.

 

Audrey Hepburn (1929–1993), eigentlich Edda Kathleen van Heem­stra Hepburn-Ruston und als Tochter einer holländischen Baronin und eines bri­tisch-iranischen Bankiers geboren, ist schon zu Lebzeiten eine Ikone Hollywoods. Sie gilt bis heute als Inbegriff von Stil und Eleganz.

 

Dabei entspricht sie zunächst nicht der klassischen Hollywood- Schönheit, ein Frauenbild, das bislang von Diven wie Marilyn Monroe, Sophia Loren oder Gina Lollobrigida geprägt wird. Vielmehr stellt sie mit ihrer elfenhaften Erscheinung einen personifizierten Gegenentwurf dar und schafft einen neuen Frauentyp im Kino der 1950er und 1960er Jahre: Die großen rehbraunen Augen in dem zarten, aber entschlossenen Gesicht, der sinnliche Mund und die schmalgeschnittenen Kleider — so hat sich das Bild der berühmten Schauspielerin bis heute in unser Gedächtnis eingebrannt. Ihr androgyner Körper läßt sie in Verbindung mit ihrem Charme, ihrem strahlenden Lächeln und guten Geschmack zum Ideal einer modernen Leinwandpersönlichkeit, der »neuen Frau« schlechthin, werden: individualistisch, eigenwillig und intelligent.

 

Doch die am 20. Januar 1993 in der Schweiz verstorbene Schauspieleri­n, ist nicht nur eine schöne Frau und beeindruckende Schauspielerin – sie nutzt auch ihre Popularität. Ab 1988 engagiert sie sich als Sonderbotschafterin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF). Sie kämpft insbesondere gegen den Hunger in Afrika, sicherlich geprägt von ihren eigenen Erfahrungen der mangelhaften Ernährung unter der deutschen Besatzung in Holland.

 

In diesem Kontext ist man über ihre ungewöhnlichen »Schönheitstipps« nicht mehr über­rascht: »Für schöne Lippen, sprich freundliche Worte. Für schöne Au­gen, suche das Gute in den Menschen. Um schlank zu werden, teile das Essen mit den Hungrigen.« Grundsätze, denen sie ihr ganzes Leben lang treu bleibt.

 

Liz Taylor, eigentlich Dame Elizabeth Rosemond Taylor, wird am 27. Februar 1932 in Hampstead (London) geboren. Die Eltern haben früh ehrgeizige Pläne für ihre Tochter. So tritt Liz Taylor bereits mit drei Jahren mit ihrer Ballettruppe vor der englischen Königsfamilie auf.

 

1939 siedelt die Familie in die USA über, wo der Vater in Los Angeles eine Kunstgalerie betreibt. Ihren ersten Filmauftritt hat Liz Taylor 1942 in der Komödie »There's One Born Every Minute« von Harold Young. 1943 schließen ihre Eltern für sie einen Exklusiv-Vertrag mit MGM ab. Liz Taylor wird ein internationaler Kinderstar.

 

Sie ist berühmt für ihre strahlend blauen Augen und gilt als eine der schönsten Frauen der Welt, lange bevor sie mit ihren exaltierten Affä­ren und Skandalen weitere, aber unnötige, Berühmtheit erlangt. Liz Taylor ist insgesamt achtmal verheiratet. Gleich zweimal ehelicht sie Richard Burton, mit dem sie 1963 vor der Kamera in »Wer hat Angst vor Virginia Woolf?« brilliert und dafür schließlich 1967 den Oskar als beste Hauptdarstellerin erhält.

 

1950 fotografiert Bob Willoughby die damals achtzehnjährige Liz Taylor zum ersten Mal. In den folgenden 15 Jahren begleitet er sie kontinuierlich auf ihrem Weg vom Kinderstar zur Hollywood-Ikone und nutzt jede Gelegenheit, die »special lady« vor die Kamera zu bekommen. Neben offiziellen Glamouraufnahmen sind eine Vielzahl privater Fotos der Schauspielerin zu sehen, wie Aufnahmen ihrer Hochzeit mit Eddie Fischer, seinetwegen sie zum jüdischen Glauben konvertiert, und Fotos aus den Drehpausen am Set. Willoughby gelingen einzigartige, atmosphärisch dichte Fotografien, die in der Summe ein vielschichtiges Bild des Stars und des Menschen Liz Taylor vermitteln: erotisch und glamourös, verträumt und verspielt, albern und selbstironisch, mütterlich besorgt und ernsthaft in die Arbeit vertieft.

 

Bob Willoughby (1927-2009) zählt bis heute zu den bedeutendsten Fotografen und Chronisten des klassischen Hollywood und seiner Stars. Er studiert Filmwissenschaften am USC Cinema Department und Design bei Paul Sass am Kann Institute of Art. In der gleichen Zeit geht er bei Wallace Seawell, Paul Hesse und Glenn Embree in die Lehre, arbeitet seit den späten 1940er Jahren als engagierter und freier Fotograf für die großen Filmstudios und Magazine, verläßt 1971 mit seiner Familie Los Angeles, geht nach Irland und zieht 17 Jahren später nach Südfrankreich, wo er bis zum seinem Tod im Dezember 2009 letzten Jahr lebt und arbeitet.

 

Eine Ausstellung von Reichelt & Brockmann, Mannheim.