Hermann Hesse

Geboren 1877 in Calw, Königreich Württemberg, gestorben 1962 in der Schweiz war ein deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler. Seine Eltern, evangelische Missionare, waren im Auftrag der Basler Mission in Indien tätig. Da Hesses Vater aus dem russischen Zarenreich stammte, war auch sein Sohn von Geburt an russischer Staatsbürger. Nachdem er seine erste Lehre zum Buchhändler nach nur einigen Tagen abgebrochen hatte, begann er eine Lehre zum Mechaniker. Anschließend aber startete er einen erneuten Versuch im Buchhandel und beendete seine Lehre dieses Mal erfolgreich. Verschiedene Zwischenstopps in Tübingen, Basel und Italien gingen seinem schriftstellerischen Durchbrauch voraus, dieser folgte 1904 mit dem Entwicklungsroman Peter Camenzind. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 meldete Hesse sich als Freiwilliger, wurde jedoch als untauglich befunden. Durch die dann folgenden Kriegsjahre wurde Hesse zum entschiedenen Kriegsgegner und Befürworter der Kriegsdienstverweigerung. Im September/Oktober 1917 verfasste Hesse in einem dreiwöchigen Arbeitsrausch seinen Roman Demian. Das Buch wurde nach Kriegsende 1919 unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlicht. Nach seiner gescheiterten Ehe zog er 1919 ins Tessin, 1922 erschien der vielbeachtete Roman Siddartha. In den folgenden Jahren entstanden Kurgast, Die Nürnberger Reise, Der Steppenwolf und Narziß und Goldmund. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland beobachtete Hesse mit großer Sorge und  positionierte sich durch Veröffentlichungen von Zeitungsartikeln dagegen. Ab Mitte der 1930er Jahre wagte jedoch keine deutsche Zeitung mehr, seine Schriften zu publizieren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging seine literarische Produktivität zurück. 1962 starb Hesse an einem durch Leukämie ausgelöstem Schlaganfall.