Heut'Abend: Joachim Fuchsberger

»Der Kontakt zum Publikum ist die einzige Droge, die ich mir leiste.« Joachim Fuchsberger

 

Joachim »Blacky« Fuchsberger wird am 11. März 1927 in Zuffenhausen bei Stuttgart geboren. Er wächst in Heidelberg  und Düsseldorf auf. Prägende Kindheitserinnerungen sind die 'Hitlerjugend' und der Zweite Weltkrieg. Bei Kriegsbeginn ist er zwölf Jahre alt. Noch als Schüler wird er zum Dienst verpflichtet. Gegen Kriegsende wird Joachim Fuchsberger noch zum Nahkampfausbilder ernannt und an der Ostfront eingesetzt. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitet er als unter Tage in einer Zeche in Recklingshausen, als Monteur von Setz- und Druckmaschinen im väterlichen Betrieb, als Werbeleiter bei der Deutschen Bauaustellung 1949 in Nürnberg. Von 1950-1952 ist er Sprecher beim Bayrischen Rundfunk (wo er auch seine spätere Ehefrau Gundula kennenlernt), sowie als Conférencier, Schlagertextdichter und Wochenschausprecher.

 

Schauspielerische Karriere

1953 findet Joachim Fuchsberger schließlich zum Film. Nach ersten kleineren Rollen (wie z.B. in "Wenn ich ein Herrgott wär") gibt ihm Paul May 1954 die Hauptrolle in der Roman-Verfilmung "08/15". Er spielt die Rolle des Gefreiten Asch inmitten der Kriegswirren mit bestechender Authentizität: Fuchsberger, ohne jede Schauspielausbildung oder gar höheren Schulabschluss, spielt sich seine eigenen Kriegserfahrungen vom Leib. Der Film, dem noch zwei weitere Teile folgen sollten, macht ihn schlagartig einem größeren Publikum bekannt. Es folgend zahlreiche Rollen als "jugendlicher Liebhaber" in Heimatfilmen oder romantischen Komödien. 1959, mit dem ersten deutschen Edgar Wallace-Film der Nachkriegszeit ("Der Frosch mit der Maske") gelingt Fuchsberger der Genre-Wechsel. Er erweist sich in dieser Zeit als Idealbesetzung für unerschrockene Verbrecherjäger und vertrauenswürdige Beschützer verfolgter Frauen. Insgesamt 13 Mal wird Fuchsberger in den 1960er Jahren in den Kultkrimis mitspielen. Die beliebten Edgar Wallace-Filme verhelfen ihm zu großer Popularität.

Insgesamt drehte Fuchsberger im Laufe seines Lebens über 60 Filme und spielte selbst im hohen Alter noch  regelmäßig Theater, unter anderem mit seinem Kollegen Ralf Bauer. 

 

Vom Schauspieler zum Moderator

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München ist Joachim Fuchsberger Stadionsprecher. Bei der Schlussfeier, einige Tage nach dem Attentat auf die israelische Mannschaft, droht ein möglicher Terroranschlag durch ein auf das Olympiastadion zufliegenden Passagierflugzeug. Als "Stimme der Spiele" hat er allein Kontakt zu den Tausenden von Zuschauern. Die Organisatoren überlassen ihm die Entscheidung über die Evakuierung des Olympiastadions. Fuchsberger entscheidet sich, darüber nichts zu sagen, um eine Massenpanik zu verhindern. Der Verdacht "verfliegt", die Bedrohung stellt sich glücklicherweise als unzutreffend heraus. Dass er Ruhe und Stillschweigen bewahrte, wird ihm später mit dem Bundesverdienstkreuz gedankt. Für seine schauspielerischen und sozialen Verdienste wird Joachim "Blacky" vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Goldenen Bambi für sein Lebenswerk, der Bayerische Staatsmedaille für Soziale Dienste, dem Goldenen Bildschirm 1961, die Goldene Kamera.

Joachim Fuchsberger moderiert mehrere erfolgreiche Fernsehshows, u.a. "Auf Los geht's los" (1977–1986) und die ARD-Talkshow "Heut' Abend"  (1980 bis 1991), in der er 300 Mal jeweils einen prominenten Zeitgenossen zu seinem Leben befragt.

Privat ist Fuchsberger ein leidenschaftlicher Pilot, Rennfahrer, Judosportler, Pfeifenraucher - und findet in Australien seine zweite Heimat. Er schreibt zahlreiche (autobiographische) Bücher und Liedtexte, produziert die Fernsehserie "Terra Australis", engagiert sich seit 1984 erster deutscher Botschafter für das Kinderhilfswerk UNICEF.

Joachim Fuchsberger wird bis zu seinem Tod von seiner Frau Gundula, die für ihn als Managerin und Produzentin tätig ist, unterstützt. Auch sein Sohn Thomas  (1957–2010), Komponist und Musikproduzent, unterstützt ihn bei der Produktion zahlreicher Fernsehreportagen.

Er stirbt am 11. September 2014 im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Grünwald bei München. Sein letzter großer Wunsch, gemeinsam mit seiner Frau Gundula im Dezember 2014 die Diamantene Hochzeit zu erleben, geht nicht mehr in Erfüllung.

 

Presse zur Ausstellung (Auswahl):

H1 Fernsehen aus Hannover 19.03.2018

Neue Osnabrücker Zeitung "Filmheld und TV-Talkmaster" 06.03.2018

NDR Beitrag "Hallo Niedersachsen" 04.03.2018

HAZ 01.03.2018 "Einer für alles"

Neue Presse Hannover 01.03.2018

Frankfurter Neue Presse 01.03.2018

BILD 20.02.2018

MOZ

TZ München, 14.01.2018 

WDR 4 Promi-Boulevard 12.01.2018