Immerwährender Neustart

Die Verwandlung quer durch die Lebensalter wird durch Ringtausch im Ensemble realisiert - von Beck zu Daniel Nerlich (der zu Beginn der unruhig wartende werdende Papa war), von dem weiter zu Johanna Bantzer und von ihr zu Lisa Natalie Arnold, die zwischendrin immer wieder die Sehnsuchtsfrau war für den durch die Zeiten driftenden Benjamin.

Alle vier übernehmen auch mal als Fitzgerald den Erzähler-Part und weitere Rollen. Diese Stück-Erfindung aus dem Ensemble heraus ist schon die stärkste Behauptung in Mina Salehpurs Inszenierung. Und die Stationen des jeweiligen Wechsels sind immer markant - wenn ich schon rückwärts leben muss, fragt sich die dritte Button-Inkarnation, dann könnte ich doch auch jeden Tag noch einmal ganz neu und von vorn beginnen, oder? Wenn Fitzgeralds verrüchte Fantasie überhaupt eine Art Botschaft hat, dann sicher diese: die von der Chance auf immerwährenden Neustart.

+ 12.01.19 + Deutschlandfunk Kultur, Fazit + Michael Laages +

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