Kuriose Verwicklungen

Mina Salehpour widmet sich mit F. Scott Fitzgeralds Der seltsame Fall des Benjamin Button der Erbarmungslosigkeit der Zeit: Immer stur geradeaus, der Zukunft entgegen, unhintergehbare Bedingungen allen Seins und seiner Wahrnehmung. Das hat schon Kant philosophiert. Eine Herausforderung!

Fitzgerald hat diese Umkehrung der Zeit mit charmant schnörkelloser Eleganz als Gedankenexperiment in seiner Kurzgeschichte Der seltsame Fall des Benjamin Button ausformuliert.

Salehpour nutzt den Stoff erst mal, die eigene künstlerische Entwicklung vorzuführen: von der fantasiesprühenden Erkunderin zur fantasiesprühenden Gebieterin über die Theatermittel.

Der Reiz des Abends liegt vor allem in den kuriosen Verwicklungen, die auf den Widersprüchen von körperlicher Gestalt und geistiger Ausgestaltung beruhen.

+ 19.01.19 + taz + Jens Fischer +

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