Verblüffende Wandlungen

Es war eine Tiefenbohrung in die deutsche Geschichte, eine Befragung des deutschen Idealismus und ein Nachdenken über das Theater. Und das Mittel der Collage, das Regisseur Eisenach für seine Inszenierung nutzt, passt gut zu Heiner Müller, dessen Szenenfolge „Die Schlacht“ so etwas wie den inhaltlichen Kern der Veranstaltung bildet.

Das Ensemble führt verblüffende Wandlungen und Überschreibungen vor: Aus Schillers Amalia wird das Dienstmädchen Pauline Piperkarcka, aus den Räubern werden Schauspielstudenten beim Theaterdirektor Hassenreuter. Dieses Umschalten von einem Stück zum anderen funktioniert erstaunlich geschmeidig. Was natürlich auch daran liegt, dass man immer wieder aufs Theaterspiel zurückkommen kann. Die Theaterprobenszenen auf dem Dachboden von Hauptmanns „Ratten“ sind so etwas wie ein geheimes Scharnier der Produktion.

+ 23.03.19 + Hannoversche Allgemeine Zeitung + Ronald Meyer-Arlt +

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