Das Theater hat einen starken Stoff erobert

Regisseur Dušan David Pařízek nimmt diese Ungewissheit zum einen ins Bühnenbild: das im Wesentlichen aus Bild-Folien wie für die Power-Point-Präsentation besteht, aus Prawda-Seiten und Dokumenten, auf zwei Wände projiziert. Zum anderen und obendrein hat er dieser Fassung des Romans jeden Ansatz zum Realismus ausgetrieben – eine Frau und drei Männer sind das Ensemble, und sie spielen, geschlechtertechnisch gern überkreuz, unendlich viele Rollen in genau so vielen Altersmomenten und es ist schon grandios, wie sie alle sich vor allem durch die Lebensalter treiben lassen. Dieser Trick hilft, funktioniert als starke Behauptung der Bühne gegenüber dem Roman.

Grundsätzlich hat das Theater einmal mehr einen starken Stoff für sich erobert, nicht zuletzt im Spiel von vier herrlichen Clown-Figuren. Darum: Gut so. 

+ 05.06.18 + Deutschlandfunk Kultur + Michael Laages +

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