GASTSPIELE IM APRIL

Seit einigen Spielzeiten gastiert das Schauspiel Hannover regelmäßig an anderen europäischen Bühnen. Durch die fortwährende Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen bis zum Ende der Intendanz von Frank Hoffmann im Sommer 2018 konnten mehrere Produktionen, für die die hannoverschen Theaterwerkstätten Teile der Bühnenbilder angefertigt hatten, bereits im Schauspielhaus gezeigt werden. Nun kommt mit Die Spieler erneut eine solche Koproduktion zu uns - dieses Mal allerdings nach Cumberland.

19. Jahrhundert, eine deutsche Stadt, in die man zur Kur und zum Spielen fährt, eine russische Generalsfamilie. Obwohl man kein Geld hat, lebt man auf großem Fuß, in täglicher Erwartung der rettenden Erbschaft – und währenddessen wird geliebt, intrigiert, gespielt.

Fjodor M. Dostojewski schrieb Der Spieler in größter materieller Not und Bedrängnis, obwohl bereits zahlreiche Novellen und Romane auf seinem Schreibtisch lagen. Denn nachdem er alle Rechte an seinen Büchern verpfändet hatte, in einer Nacht am Spieltisch ein Vermögen gewann und es am nächsten Morgen wieder verlor, blieben ihm nur knapp vier Wochen für den Roman, der ihn retten musste.

In Frank Hoffmanns Fassung begegnen sich die Schönen und Reichen, die Erniedrigten und Beleidigten, die verzweifelt Liebenden, die rasend Spielenden aus verschiedenen Texten Dostojewskis auf der Bühne. Neben Der Spieler bildet vor allem die Erzählung Aufzeichnungen aus dem Untergrund die Basis der Textfassung.

 

Gastspiel Théâtre National du Luxembourg
Sa, 13. + So, 14.04.19, 20:00 Uhr
Cumberland

Karten 20 € an der Theaterkasse, unter Tel. 0511 9999 1111 sowie HIER

 

 

Das Gastspiel des renommierten Wiener Burgtheaters kommt durch einen Austausch von Inszenierungen des erfolgreichen tschechischen Regisseurs Dušan David Pařízek zustande: Unsere Produktion Macht und Widerstand reist im Mai 2019 nach Wien - im Gegenzug begrüßen wir Kommt ein Pferd in die Bar im April im Schauspielhaus.

 

Dov Grinstein ist israelischer Stand-up-Comedian, Krakeeler, Alleinunterhalter, Publikumshure – und tritt zu seiner letzten Vorstellung an. Er reizt sein Publikum, wird offen beleidigend, entschuldigt sich tränenreich. Die Shoah und ihre Opfer werden von seinem tabulosen Humor ebenso wenig verschont wie Israels Politik in den Palästinensergebieten. Doch er hat mehr zu bieten als eine gelungene Show: Er muss von der Schuld berichten, die sein Leben vergiftet hat. Der Schutzpanzer »Humor« hat ihn überleben, aber auch verhärten lassen, gegen die Geschichte seines Landes, den unfassbaren Schmerz, an dem fast jede Familie zu tragen hat, gegen die »angelernte« Gleichgültigkeit im tödlichen Konflikt mit den »Arabern«.

David Grossman, einer der bedeutendsten Erzähler Israels, schuf mit Dov Grinstein eine Figur, die aus der Not heraus spricht und die von einer willkürlichen »äußeren Kraft, die mit Gewalt in das Leben eines Menschen, einer Menschenseele, eindringt«, zugerichtet wurde – und sich befreit.

 

Gastspiel Burgtheater Wien
Di, 16. + Mi, 17.04.19, 19:30 Uhr, Schauspielhaus

Karten 15-35 € an der Theaterkasse, unter Tel. 0511 9999 1111 sowie HIER.