Die verlorene Oper. Ruhrepos

Ein Projekt von Thorleifur Örn Arnarsson und Albert Ostermaier

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Gastspiel | Schauspiel Hannover auf Reisen | Do 14.06.18 | 20:00

  • DIE VERLORENE OPER - RUHREPOS
    © Katrin Ribbe

ZUM STÜCK

Was für ein Werk hätte das werden können: jenes Ruhr-Epos, geschrieben von Bertolt Brecht mit Musik von Kurt Weill. Ein avantgardistisches Theaterprojekt »episch-dokumentarischen Charakters«, gedacht für ein Publikum aus allen Schichten der Bevölkerung, mit Film, Musik und Szenen. In Auftrag gegeben wurde es 1927 in Essen, zwei Jahre vor Entstehung der Dreigroschenoper. Brecht und Weill hatten bereits vor Ort recherchiert, im »Pott«, an der Wiege der deutschen Industrialisierung. Dann begann die antisemitische Hetze und das Projekt wurde von der Kulturpolitik schnöde fallengelassen. Die Partitur ist verschwunden. Übrig blieben ein paar hingeworfene Stichworte: Brecht, Weill, Koch, Ruhr, 1927, Messer.


Der Dramatiker Albert Ostermaier greift sie auf und denkt das damals ästhetisch visionäre Projekt leidenschaftlich weiter. Er entwirft ein Szenario vom Himmel bis zur Hölle, das spielerisch, in losen Szenen, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets zu einem neuen Mythos bindet. Drei Götter lässt er auf die Erde reisen und suchen, was der dahinsiechenden Welt Rettung verspricht. Fast schon waren sie verstummt, doch nun machen sie sich auf, um den Gral zu suchen. Sie vermuten ihn in jenem verlorenen Werk. Eine Zeitreise in eine von Höhenflügen und Abstürzen gezeichnete Landschaft, die noch vor wenigen Jahrzehnten die Zukunftsträume der Menschen befeuerte.

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