Autorengespräch mit Christoph Hein am 06.10.

Der deutsche Schriftsteller Rainer Trutz und der russische Wissenschaftler Waldemar Gejm geraten in den Mahlstrom der Gewalten des 20. Jahrhunderts. Nach gelungener Flucht vor den Nazis kommen Trutz und seine Frau voller Hoffnung auf ein besseres Leben in der Sowjetunion an. Hier lernen sie die Gejms kennen. Ein Kind wird geboren, Maykl. Auch die Gejms haben einen Sohn, Rem. Waldemar Gejm macht die beiden Kinder zu Probanden in seiner Forschung zur Mnemotechnik, der Lehre von Ursprung und Funktion des Gedächtnisses. Die beiden Kinder sind gelehrige Schüler. Doch plötzlich werden die Trutzens auch hier verfolgt. Eine alte Rezension wird Rainer zum Verhängnis. Er wird zum Opfer der stalinistischen Säuberungen und im Gulag erschlagen, Gudrun stirbt in der Verbannung und auch Gejm fällt der Willkür des stalinistischen Systems zum Opfer. Er wird deportiert. Seine Forschung erregte Anstoß. Nur Maykl und Rem überleben. Beide werden wegen ihrer Fähigkeit, nichts zu vergessen, im Verlaufe ihres Lebens immer wieder Probleme mit der Macht bekommen. Erst im vereinigten Deutschland begegnen sie sich wieder. Vielleicht gilt ja doch der letzte Satz des Romans: »Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.«

 

Der 1944 geborene und in Ostdeutschland aufgewachsene Autor Christoph Hein hat einen Roman über das Wirken von Ideologien, über das Hoffen auf ein besseres Leben jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung, über Lügen und Verbrechen und das Problem, all das zu erinnern und zu erzählen, geschrieben. Am Samstag, 6. Oktober ist er nach der Vorstellung von Trutz gemeinsam mit Regisseur Dusan David Parizek zum Nachgespräch im Schauspielhausfoyer zu Gast, der Eintritt ist frei. Hier gibt es TICKETS für die Vorstellung.

 

»Geniale Bilder für schizophrene Zeiten.

An diese Inszenierung wird man sich lange erinnern.« (Neue Presse, 10.09.18)

 

»Wie macht man so eine Gesamtschau zum unterhaltsamen Kammerspiel? Indem man sich ein Stück Fleisch herausschneidet, hat sich Regisseur Dusan David Parizek offenbar gedacht. Und indem die Darsteller - neben den Ensemblemitgliedern Sarah Franke und Henning Hartmann noch Ernst Stötzner und Markus John Heins Figurenarsenal nur andeuten.

Und wie rasant die vier Akteure ihre Rollen wechseln - das reißt alle mit.« (HAZ, 10.09.18)