FAKE YOUTH

Junge Menschen aus der Stadt und Region Hannover spielen Hannah Arendts »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft«

anschl. Premierenfeier

Uraufführung | Junges Schauspiel | ab 15 | Fr 26.04.19 | 19:30 | Ballhof Eins

  • FAKE YOUTH
    © Karl-Bernd Karwasz

ZUM STÜCK

»He Leute, manche Dinge verstehen wir erst bei näherer Betrachtung. Vieles erscheint auf den ersten Blick ganz anders, als es wirklich ist. So ging es uns auch mit dieser Aussage: »Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat - die teuflischste Variante, die man sich denken kann - nämlich: das Wahrlügen.« Wenn euch das auch komisch vorkommt oder einfach nur in eurem Kopf ein Fragezeichen klingelt, gebt ein Kommentar ab oder gebt mir ein Like!«

 

Spätestens seit der sogenannten Flüchtlingskrise, dem Brexit und der Trump-Wahl herrscht der Verdacht, dass das Internet und die sozialen Medien die Gefahr einer Wiederkehr des politischen Totalitarismus verschärfen. In Zeiten von »alternative facts« wirken die Beschreibungen totalitärer Propaganda der Politologin Hannah Arendt bedrückend aktuell: »Nichts ist wahr, alles ist möglich.« Fake is the new real! Klar! Bloß: Wie geht man damit um?

Anpassen oder Anderssein – eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Einerseits. Andererseits: Wie soll man das entscheiden? Das sind alltägliche und zugleich sehr existenzielle Fragen. Sie stellen sich jedem Menschen, aber besonders Angehörigen von Minderheiten. Hannah Arendt hat es als Dilemma von Jüdinnen und Juden in Deutschland beschrieben. Nach der Machtübernahme der Nazis stellte sich ihnen diese Frage nicht länger, Anpassung war unter den Bedingungen rassistischer Verfolgung nicht mehr möglich. Dafür stellte sich diese Frage den nicht Verfolgten umso dringlicher: Anpassen oder Anderssein? Bedeutet sich nicht anzupassen schon Widerstand? Hannah Arendt hatte dazu eine klare Haltung: »Niemand hat das Recht zu gehorchen.«

 

Das postdramatische Theater-Kollektiv andcompany&Co. behandelt politische Themen in zeitgenössischer popkultureller Form. Für das Festival Theaterformen und in Kooperation mit dem Jungen Schauspiel Hannover erarbeiteten die Künstler*innen 2009 mit 16 Jugendlichen einen »faulen Zirkus«: City Circus Zero Work. Jetzt kehren sie zurück, um mit 11 jungen Hannoveraner*innen zu untersuchen, ob und wie das Internet und die sozialen Medien die Gefahr einer Wiederkehr des politischen Totalitarismus verschärfen. In Fake youth lassen sich junge Menschen von Hannah Arendts Credo anstecken: »Ich will verstehen!«

REGIETEAM

Künstlerische Leitung Alexander Karschnia, Nicola Nord, Sascha Sulimma + Co-Autorin Luna Ali + Bühne und Kostüme Jan Brokof + Produktionsleitung Rahel Häseler, Caroline Farke + Dramaturgie Barbara Kantel

BESETZUNG

Mit Daria Bertram, Dervis Dündar, Kira Engelhardt, Freddy Heißmann, Laura Katz, Yr Langhorst, Annalena Pienefisch, Benjamin Ali Resai, Linus Schillinh, Otis Sotek, Rosa Zach

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