ABC der Demokratie

Eine Begriffsklärung mit Carolin Emcke und Gästen

 

In Kooperation mit

 

 

Was bedeutet eigentlich Demokratie? Was ist das für eine Ordnung, derer wir uns so gewiss glaubten und die auf einmal in Europa, aber auch in Russland oder den Vereinigten Staaten von vielen in Frage gestellt wird? Wie schnell sich normative Garantien aushebeln lassen, wie nötig auch ein zivilgesellschaftliches Engagement gegen autoritäre Angriffe auf die Demokratie nötig ist, das spüren wir alle zur Zeit deutlicher denn je. Doch um die Demokratie verteidigen zu können, braucht es eine lebendige öffentliche Kultur, in der sie erörtert und verhandelt werden kann. Eine Demokratie verarmt und erstarrt, wenn sie ihre eigenen Begriffe und Werte nicht immer wieder selbstkritisch befragt. Eine demokratische Gesellschaft ist nur eine, die erfahrungsoffen, dynamisch und lernfähig ist. Und so müssen die Herausforderungen an und durch die Demokratie der Gegenwart diskutiert werden: Im Zeitalter der Globalisierung gerät nicht nur der Nationalstaat, sondern auch die Idee der Demokratie in eine  Legitimationskrise. Wenn Demokratie ursprünglich an die Vorstellung der Selbst-Gesetzgebung geknüpft war, wenn ursprünglich also diejenigen, die von einer politischen oder sozialen oder ökonomischen Entscheidung betroffen sind, auch in irgendeiner Weise an ihrer Entstehung beteiligt werden sollen – wie steht es um diese Vorstellung von Selbst-Gesetzgebung heute? Wie weit ist das Versprechen der Französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit entfernt von der europäischen Realität? Wie gleich heißt denn gleich? Was bedeutet Gleichheit für die muslimischen Einwanderer in den Banlieues von Paris? Was bedeutet Freiheit im Angesicht digitaler Überwachungsmöglichkeiten?

Die Gesprächsreihe ABC der Demokratie will die Demokratie auch in der Spielzeit 2018 / 19 auf ihre Voraussetzungen hin befragen. Es sollen die Begriffe und Werte, die Institutionen und Erfahrungen, die eine demokratische Gesellschaft auszeichnen, erörtert werden. Dabei sollen naheliegende zentrale Begriffe und Erfahrungen ebenso sichtbar werden wie die randständigen, ferneren. Nicht nur nationale und politische, sondern auch internationale und künstlerische Perspektiven sollen zu einer dichten Beschreibung der Gegenwart beitragen.

Nach den ersten vier Ausgaben (Amerika, Bild, Chronik, Demokratie 2.0) in der Spielzeit 2017/18 mit den Gästen Teju Cole, Peter Geimer, Aleida Assmann und Eva Illouz setzt Carolin Emcke die Gesprächsreihe in der Spielzeit 2018/19 mit den Buchstaben E, F, G und H fort. Im September 2018 begrüßt sie die französische Kulturwissenschaftlerin Bénédicte Savoy zum Thema »Kulturelles Erbe«. Bénédicte Savoy leitet derzeit das Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne an der Technischen Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Kunst- und Kulturtransfer in Europa im 18. und 19. Jahrhundert, Museumsgeschichte, deutsch-französische Beziehungen sowie Kunstraub und Beutekunst.