»IM RÜCKEN DIE RUINEN VON EUROPA«

Round Table zum 90. Geburtstag von Heiner Müller mit Lars-Ole Walburg, Alexander Eisenach, Jürgen Kuttner, Prof. Dr. Joachim Fiebach und Dr. Frank Raddatz. Leitung: Thomas Irmer

im Rahmen von KüstenLANDSCHAFTEN. Internationales Heiner-Müller-Symposium

Eintritt frei | Sa 23.03.19 | 16:30 | Foyer Schauspielhaus

  • KüstenLANDSCHAFTEN
  • Heiner Müller
    © Till Nitschmann

ZUM STÜCK

„Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.“ In Heiner Müllers Texten spielen Küste und Landschaft, Reise und Ankunft, Krieg und Zerstörung, Grenzen und Selektion sowie Unterbrechung und Störung eine zentrale Rolle. Die Konstellation des Fremden und Anderen bricht in das Eigene und Vertraute ein und macht – trotz Abwehr und Ausgrenzung – das Fremde im Eigenen erfahrbar. Migration und Klimawandel verändern die Landschaften, an den Küsten, den Grenzen und Orten der Selektion, treten ihre Auswirkungen besonders in Erscheinung. Der Mensch führt Krieg gegen die Landschaft, und die Landschaft führt Krieg gegen den Menschen, Peripherie und Zentrum bekämpfen einander, wie das Andere und das Eigene.

Heiner Müllers Theater-Texte als „synthetische Fragmente“ und als „Erinnerung an die Zukunft“ stehen für eine Ästhetik der Störung, sie unterbrechen die Kontinuität des Bekannten und Alltäglichen. Literatur und Theater dienen ihm dabei als „Sprengsatz“, der das „Kontinuum“ unterbricht. Zurzeit bewahrheitet sich, was Heiner Müller – der Kartograph von Katastrophen-Landschaften und -Zeiten – bereits vor über 20 Jahren in seinem Text Die Küste der Barbaren mit Blick auf die Flüchtlinge und die „Festung Europa“ geschrieben hat.

Das Symposium zum 90. Geburtstag des „Landvermessers“ Heiner Müller beschäftigt sich mit Fragestellungen rund um KüstenLANDSCHAFTEN als performative Grenz-Linien und Orte der Selektion, aber auch als Unterbrechung und Störung des alltäglichen Kontinuums. Die Themen-Felder des Symposiums sind dabei selbst Fragmente eines Mosaiks, die gemeinsam an einem Bild von Utopie und Heterotopie arbeiten und damit die ästhetische Konstituierung von SprachLANDSCHAFTEN und poetischen Störungen mit Blick auf eine noch unbekannte Zukunft ermöglichen.

Der Intendant und Regisseur Lars-Ole Walburg, die Regisseure Alexander Eisenach und Jürgen Kuttner sowie die Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Joachim Fiebach (Humboldt Universität) und Dr. Frank Raddatz (Lettre International) diskutieren in diesem Gespräch unter der Leitung von Thomas Irmer Heiner Müllers Theater-Konzeption im Allgemeinen sowie die Hannoveraner Inszenierungen von Der Auftrag und Räuber–Ratten–Schlacht im Besonderen.

 

HIER geht es zum Gesamtprogamm des Symposium.

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