Johanna Wokalek liest: »Fast ganz die Deine«

Briefroman von Marcelle Sauvageot

Am Klavier: Jacques Ammon

GASTSPIEL

MUSIKALISCHE LESUNG | Di 27.11.18 | 19:30 | Schauspielhaus


  • © Stefan Klüter

ZUM STÜCK

Marcelle Sauvageot (1900–1934) verfasste nur ein einziges Werk, das posthum veröffentlicht wurde. Es ist ihre – nie abgeschickte – briefliche Antwort an ihren Verlobten, der sie kurz zuvor verlassen hatte. Sauvageot reagiert darin auf dessen lapidar-grausame Ankündigung: „Ich heirate … Unsere Freundschaft bleibt …“. Aus der seelischen Ohnmacht des Verlassen-Werdens rettet sich Marcelle Sauvageot mit einem Frontalangriff: Sie greift zur Feder, und mit jedem Satz ihrer klaren Analyse der Situation und des Charakters des Verlobten gewinnt sie die Macht über ihr Gefühlsleben zurück.

 

Im Dialog mit Jacques Ammon am Klavier erweckt Johanna Wokalek die jung verstorbene Marcelle Sauvageot für einen Abend als kraftvolle Persönlichkeit zum Leben: Als eine Frau, die sich weder von enttäuschter Liebe noch von einer schweren Krankheit unterkriegen lässt – eine Frau, die ihren Kummer in einer ebenso kraftvollen wie poetischen Sprache zum Ausdruck zu bringen und zu überwinden sucht.

 

Johanna Wokalek 

Johanna Wokalek wurde in Freiburg im Breisgau geboren und studierte Schauspiel am Wiener Max Reinhardt Seminar, unter anderem bei Klaus Maria Brandauer. Bereits während ihres Studiums debütierte sie als Theater- und Filmschauspielerin. Von 2000 bis 2016 war sie festes Mitglied im Ensemble des Wiener Burgtheaters. Dort arbeitete sie mit RegisseurInnen wie Luc Bondy, Andrea Breth, Peter Zadek, Thomas Vinterberg und Dieter Giesing. 2016 war sie in Alvis Hermanis‘ „Platonov“ sowie Luc Bondys „Tartuffe“ zu sehen. Zu ihren herausragenden Partien am Burgtheater gehörten die Titelrollen in Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“ oder Lessings „Emilia Galotti“.

Auch aus Film und Fernsehen ist Johanna Wokalek bekannt. Für die Hauptrolle in Hans Steinbichlers Heimatfilm „Hierankl“ (2003) erhielt sie den Bayerischen Filmpreis, den Förderpreis Deutscher Film (Schauspiel) und den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Der Durchbruch als Kinodarstellerin gelang ihr 2005 mit Til Schweigers Erfolgsfilm „Barfuss“. Weitere Kinorollen folgten in Philipp Stölzls Bergsteigerdrama „Nordwand“ (2008), Uli Edels „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008) und Sönke Wortmanns Historiendrama „Die Päpstin“ (2009), in dem Johanna Wokalek die Titelrolle übernahm. Außerdem war sie in Lars Kraumes „Die kommenden Tage“ (2010) sowie Sherry Hormanns Komödie „Anleitung zum Unglücklichsein“ (2012) zu sehen. 2017 folgte der ZDF-Zweiteiler „Landgericht – Geschichte einer Familie“ von Matthias Glasner an der Seite von Ronald Zehrfeld, welcher mit dem Grimme-Preis 2018 ausgezeichnet wurde.

Johanna Wokalek ist seit 2012 mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn und lebt in Paris und Hamburg.

 

Jacques Ammon 

In Santiago de Chile als Kind Deutsch-Chilenischer Eltern geboren, machte Jacques Ammon 1989 als Preisträger des internationalen "Claudio Arrau" Klavierwettbewerbes zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Es folgten zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Seither gastiert er regelmäßig in chilenischen Konzertreihen und Festivals.
Seine Studien begann Jacques Ammon als Schüler von Margerita Herrera an der Universität zu Chile und setzte sie 1990 bei Konrad Elser an der Musikhochschule Lübeck fort, an der er seit 2000 selbst seine Erfahrungen als Dozent weitergibt.
In Deutschland ist der in Berlin beheimatete Künstler in bedeutenden Musikzentren zu Gast wie dem Rheingau Musik Festival, der Hamburger Musikhalle und dem Schleswig-Holstein Musik Festival aufgetreten. Im Herbst 2002 Jahres debütierte er in Japan. Ein besonderes künstlerisches Anliegen ist Jacques Ammon die Gegenüberstellung von klassisch-romantischem und lateinamerikanischem Repertoire.
Jacques Ammon war künstlerischer Berater bei einer CD-Produktion (EMI) mit lateinamerikanischer Musik der "12 Cellisten der Berliner Philharmoniker", welche eine Grammy- Nominierung und den Echo-Preis erhielt.

ZUR INSZENIERUNG

Schauspielerin Johanna Wokalek spricht in unserer Radiosendung Theaterzeit auf Radio Hannover 100.0 darüber, warum Sie von Marcelle Sauvageot so fasziniert ist:

BESETZUNG

Lesung und Konzeption Johanna Wokalek + Musik Jacques Ammon

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